NoCap Bestellungen

Hier könnt ihr Olivenöl, Pesto und Tomatenprodukte zusätzlich zur Kiste bestellen. Infos zu NoCap findet ihr weiter unten.

Infos über NoCap

NoCap wurde von Yvan Sagnet ins Leben gerufen, um eine alternative zu den Systemen der Ausbeutung und Zwangsarbeit im südlichen Italien zu schaffen. Hier ein Auszug aus einem Interview:


Der Film folgt Ihnen, wie Sie in die heruntergekommenen Unterkünfte der Erntehelfer gehen und ihnen erklären, dass sie sich nicht ausbeuten lassen dürfen. So haben Sie ja wirklich angefangen, im Jahr 2011. Wie kam es dazu?

Ich wollte Ingenieur werden und studierte in Turin. Ich brauchte Geld, suchte nach einem Job für den Sommer und hörte, dass Tomatenpflücker gebraucht werden. Ich habe 16 Stunden gearbeitet, und oft hatte ich abends nichts. Null Euro. Wasser kostete 1,50 Euro. Das Sandwich: 3,50 Euro. Hin- und Rückfahrt: fünf Euro. Eine volle Kiste Tomaten, das sind 300 bis 400 Kilo Tomaten, bringen 3,50 Euro. Ich habe vier Kisten geschafft, manchmal fünf, aber das meiste Geld war gleich wieder weg. Wenn du das erlebst, weinst du. Ich habe abends geweint.

Haben Sie in einem dieser Ghettos gewohnt?

Ja, bei Nardò. Es gibt so viele davon. Dort schlafen 50 Menschen auf ein paar Quadratmetern, sie haben kein Licht, kein Wasser, es ist schmutzig. Sie werden von Caporali (ein Caporale ist ein Vorarbeiter, Anm. d. Red.) angeheuert, alles illegal. Die Landwirtschaft in Italien lebt von der Ausbeutung der Migranten. Eine Million Arbeiter sind es insgesamt, die Hälfte davon wird ausgebeutet und schlecht behandelt, wie Sklaven.

Von den Caporali?

Ja, aber von manchen Bauern genauso. Die Caporali sind auch nur ihre Vertretung, und sie sind brutal, sie zahlen schlecht, sie kassieren Geld für die Unterbringung in den Ghettos und für die Fahrt zu den Erntefeldern, sie quetschen 20 Leute in einen winzigen Bus, alle müssen sich ducken, damit sie nicht gesehen werden. Es gibt ständig Unfälle, aber das interessiert natürlich kaum jemanden.

Wir reden von Tomatenfeldern?

Ja, aber auch von Orangen, Salat, Artischocken, Brokkoli, Peperoni, Fenchel, von all dem Gemüse und Obst aus Italien, das in den Supermärkten in Europa, in den USA, überall auf der Welt liegt.

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/magazin/kino/yvan-sagnet-jesus-film-interview-szm.89545